Mittelzentrum Erkner – wozu ist das gut?

In der MOZ heute steht ein Artikel über das Mittelzentrum Erkner. Mittelzentren sind Teil der brandenburgischen Entwicklungspolitik. Die Idee dabei ist, dass größere Orte finanzielle Mittel erhalten, um Infrastruktur für die umliegenden kleineren bereitzustellen. Auf dem Land funktioniert das auch ganz gut, in Beeskow zum Beispiel.

Das Mittelzentrum Erkner ist inzwischen allerdings kleiner als Schöneiche. Hier stößt die Zentralisierungspolitik an ihre Grenzen. Warum muss das Gymnasium in Erkner fünfzügig sein und Schöneiche hat gar keines? Wäre es nicht besser, die Lehrer fahren ein paar Kilometer, als die Schüler? Die Frage von Schöneiches Bürgermeister Heinrich Jüttner, was Erkner eigentlich mit den 800.000 EUR macht, die es als Mittelzentrum jedes Jahr zusätzlich aus dem Landeshaushalt erhält, halte ich für durchaus berechtigt.

Die Eichenprozessionsspinner erreichen Schöneiche

Wie die MOZ berichtet, gibt es jetzt auch in Schöneiche Eichenprozessionsspinner. Laut Bürgermeister Heinrich Jüttner sind zwölf Eichen im öffentlichen Straßenland befallen. Die betroffenen Eichen stehen in der Waldstr./Friedrichshagener Str. sowie am Waldfriedhof in der Heinrich-Mann-Str. Es wird dabei keine Aussage getroffen, ob und wie die Eichenprozessionsspinner bekämpft werden.

Eiche in der Waldstr.

Eiche in der Waldstr.

Eichenprozessionsspinner sind vor allem aus  zwei Gründen unbeliebt. Die Raupen fressen als typischer Waldschädling die Eichen kahl, und zwingen sie, ein zweites Mal auszutreiben. Das größere Problem ist, dass die Raupen Brennhaare ausbilden, die bei Kontakt gesundheitliche Probleme und allergische Reaktionen bei Menschen auslösen können. Die Brennhaare sind fast unsichtbar, halten sich lange und können auch noch nach mehreren Jahren zu allergischen Reaktionen führen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Bekämpfung. Die klassische Methode – Absaugen – ist aufwändig und teuer. Die Bekämpfung mit Insektiziden ist umstritten. Potsdam wird 2013 erstmals das Insektizid Dipel Es einsetzen, das noch keine EU-Zulassung hat, wie die MOZ gestern berichtete. Berlin dagegen verwendet laut einem Bericht der „Berliner Morgenpost“ das auch in Siedlungen zugelassene Mittel „Margosa-Extrakt“, das aus Samen des Neem-Baumes gewonnen wird.

Die Verwendung von Insektiziden beseitigt allerdings nicht die Brennhaare. In der Regel werden auch nicht alle Raupen getötet, so dass auch hier eine Nachbearbeitung „von Hand“, also ein Absammeln der Nester, notwendig ist.

Der Naturschutzbund Brandenburg lehnt in Siedlungsgebieten und an Alleen den Gebrauch von Insektiziden nicht prinzipiell ab, fordert jedoch eine Einzelfallprüfung und die vorrangige Nutzung technischer Mittel wie Absaugen, wie man in diesem detaillierten Positionspapier des NABU Brandenburg nachlesen kann.

Nachtrag 18.5.: Anscheinend erfolgt auch in Schöneiche die Bekämpfung mit chemischen Mitteln, wie man diesem Bericht entnehmen kann.

Nachtrag 23.5. Heute hat in Schöneiche die chemische Behandlung begonnen, wie man dem Warnschild entnehmen kann:

Warnschlid Prozessionsspinner

Warnschild Prozessionsspinner